Low Resin: der Weg zu leichteren Ruten

Moderne Angelruten werden oft als Kohlefaser- bzw. Carbonruten bezeichnet. Dies hat insofern seine Berechtigung, als Kohlefasern (auf Englisch carbon fibres) ein wichtiger Bestandteil der Rute sind. Allerdings wird der Rutenblank nicht aus Fasern, sondern aus Faserverbundwerkstoffen gefertigt. In solchen faserverstärkten Kunststoffen sind Kohlefasermatten in eine Matrix eingebettet, die aus einer Art Kunstharz mit Härter besteht. Es ist verständlich, daß die Qualität und Quantität dieses Harzes die Eigenschaften einer Rute nicht weiniger beeinflussen, als die eingebetteten Fasern.

Es gibt gute Gründe für die Annahme, daß eine Spinnrute so leicht wie möglich sein sollte. Natürlich darf die Gewichtsreduktion auf keinen Fall die Rutenaktion oder die Robustheit des Blanks beeinträchtigen. Was die Aktion anbetrifft, so wird sie in vielen Fällen durch die Beseitigung von Übergewicht sogar verbessert.

Um das Gewicht zu reduzieren, muß man vor allem den Harzanteil im Material verringern.
In der Praxis bedeutet dies, daß sogenannte Low-Resin-Prepregs zur Anwendung kommen, mit hohem Faser- und niedrigem Harzvolumenanteil. Auch werden spezielle Verfahren eingesetzt, um das überflüssige Harz aus dem Prepreg herauszupressen und dadurch den Faservolumenanteil weiter zu erhöhen. Leider können nur wenige moderne Fabriken mit solchen hochwertigen Materialen und fortgeschrittenen Technologien arbeiten. Aber der Extra-Aufwand lohnt sich, wenn es sich um Präzisionsruten handelt.

Eine moderne Spinnrute muß verschiedenen Anforderungen nachkommen und nicht nur leicht, sondern auch stark und robust sein. Hier gibt es einen gewissen Widerspruch, der durch die Eigenschaften kohlefaserverstärkter Kunststoffe bedingt ist. Je höher der Elastizitätsmodul der Kohlefasern und je niedriger der Harzanteil, desto leichter die Rute und desto höher ihre Bruchanfälligkeit.

Zum Glück gibt es auch andere Möglichkeiten, die Robustheit der Rutenblanks zu erhöhen. Es hat sich unter anderem bewährt, die Faserorientierung zu ändern. Normalerweise besteht ein Gelege aus mehreren unidirektionalen Faserlagen, in denen die Fasern enweder parallel oder quer zur Längsachse der Rute liegen. Die Fasern können aber auch verflochten werden. Kohlefasergeflechte sind besonders hoch belastbar und werden oft in der Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie verwendet. Für den Spinnrutenbau sind sie eigentlich zu schwer, man kann sie aber mit Schichten von einseitig gerichteten Hochmodulfasern kombinieren. Es gibt allerdings eine noch bessere Lösung. Vergessen wir die Geflechte und kommen wir zum neuen X-Torque-Verfahren. Hier wird das Material nicht nur parallel und quer zur Rutenachse gewickelt, sondern auch im 45-Grad-Winkel. Die Anwendung von X-Torque vermindert das Verdrehen des Blanks beim Werfen und erhöht seine Robustheit und Sensibilität.

Dank den besten japanischen Low-Resin-Prepregs und dem erstaunlichen X-Torque-Verfahren sind wir in der Lage, sehr leichte und gleichzeitig sehr robuste Spinnruten von höchster Qualität unseren Kunden anzubieten.

Herkunft: www.rdl.us.com